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Ausflüge und Wanderungen in die UmgebungAndrew Byfield und Rosemary FitzGerald
Die Umgebung von Lavanta und Yalikavak Die einsame Romantik der
Geisterstadt Sandima, die wilde Küste der Kütür Halbinsel und der
Palmenhain von Gölköy bieten etliche Möglichkeiten für Ausflüge in die
nähere Umgebung und zum Wandern und dem Beobachten von Vögeln und Pflanzen.
Im Schatten von gigantischen Granitfelsen und geteilt
durch eine felsige Kluft ist die kleine, verlaßene Siedlung von Sandima
ein idealer Platz um die traditionelle Atmosphäre einzuatmen. Bis 1923 war
die Stadt von Griechen bewohnt, wurde dann aber während dem Austausch
zwischen den Türken und Griechen evakuiert. Heute sind in dem dramatischen
aber einsamen Ort nur zwei Häuser bewohnt. Imposante Agavenbäume (Agave
Americana) und die Feigendistel (Opuntia Ficus-Indica) sind im Ort
verstreut, Botaniker werden jedoch eher an den Pflanzen interessiert sein,
die in Fuelle im Ort wachsen. Im Frühling sind viele Orchideen zu sehen,
wie zum Beispiel die heilige Orchidee (Orchis Sancta) und auch viele
Knollenpflanzen, wie zum Beispiel die kleine Biarum Tenuifolium, deren
braune Blüten im April und Mai blühen. Die rosa Oleander entlang des
Flusses blühen im Juli am schönsten. In den darauf folgenden Monaten kann
man die leuchtend gelbe Sternbergia Lutea in der östlichen Hälfte des
Dorfes blühen sehen. Nachforschungen haben ergeben, daß diese Pflanze, von
der man immer dachte, daß sie aus der Türkei stammt, in Wahrheit
wahrscheinlich aus Griechenland kommt, da sie in der Türkei immer nur in
Dörfern und nie in der freien Wildbahn vorkommt. In der Siedlung kommen
viele einheimische Pflanzen vor: Die blaue Delphinium Staphisagria wächst
am Rande des alten Friedhofs, während der Adiantum Capillus-Veneris, der
es eher feucht mag, nur am Dorfbrunnen wächst. Normalerweise wchst er
ausschließlich an feuchten Klippen. Maria und Tosun von Lavanta erklären
Ihnen gerne, wie Sie vom Hotel aus zu dem verlassenen Dorf wandern können.
Hin und zurück gehen Sie etwa zwei Stunden. Die Kütür Halbinsel ist die berühmte Landzunge, welche die Aussicht von Lavanta Hotel dominiert und sich vorzüglich für eine Tageswanderung eignet. Fahren Sie von Lavanta aus in das Dorf Yalikavak und nehmen Sie die erste Hauptstrasse auf der rechten Seite, wenn Sie auf die Dorfmitte zufahren, den blauen Schildern Richtung „Dodo Beach“ folgend. Die Straße windet sich die Bucht von Yalikavak entlang in Richtung der kleinen neuen Siedlung Bahce, bevor sie auf die hügelige Landzunge führt. Dodo Beach ist gut ausgeschildert und ein guter Platz, um ihr Auto abzustellen und die Wanderung zu beginnen. Falls sie noch weiter fahren wollen, empfehlen wir ihnen einen Wagen mit Vierradantrieb. Folgen Sie der unbefestigten Straße entland der nördlichen Küste der Halbinsel, bis Sie nach etwa 15 bis 20 Minuten eine eingezäunte, bewaldete Fläche namens Atatürk Ormany erreichen, die von der Gemeinde Yalikavak gepflanzt wurde. Hier ist die Straße zwar zu Ende, wenn Sie jedoch über den niedrigen Sattel auf dem Hügel vor Ihnen klettern, erreichen Sie Klippen, auf denen Sie mit einem großartigen Blick auf unzählige ägäische Inseln belohnt werden. Von hier aus führen zahlreiche Ziegenpfade über einen Teil der wilden Küste und wir vermuten, daß man über diese Pfade die gesamte Halbinsel umrunden kann, obwohl wir dies aufgrund heftigen Regens nie vollends bestätigen konnten. Viele der Hügel und Klippen sind mit stacheligen Sträuchern der Pimpernelle (Sarcopterium Spinosum) bedeckt, auf Flecken mit mehr Erde wächst die einer funkelnden weissen Rose ähnelnde Cistus Mospeliensis. Diese Spezies ist im westlichen Mittelmeer zwar ziemlich gewöhnlich, in der Türkei allerdings recht selten und erst seit den 80er Jahren bekannt.
Obwohl die Vegetation der Landzunge auf den ersten Blick einen etwas kahlen Eindruck macht, ist sie dennoch erstaunlich reichhaltig. Halten Sie im Frühling Ausschau nach den flachen Rosetten dunkelgrüner Blätter mit einer Mitte aus hellvioletten Blüten – dies ist der Alraun (Mandragorum Autumnalia), eine Pflanze seit jeher bekannt für die heilende Wirkung ihrer Wurzel. Die Wurzeln des Alrauns, die in Ihrer Verzweigung einem menschlichen Körper ähnelt, äußern einer alten Überlieferung nach einen schrillen Schrei, wenn man sie aus dem Boden zieht. Der Tradition zufolge sind diejenigen, die den Schrei hören, unweigerlich zum Wahnsinn verdammt. Dementsprechend wird der Alraun mit der Hilfe von Hunden geerntet, die an die Pflanzen gebunden werden und diese so aus dem Boden ziehen, während sich ihre Besitzer die Ohren zu halten. Um das Schicksal der Hunde macht sich keiner Sorgen! Aber erliegen Sie nicht der Versuchung der Pflanze – alle Teile außer der großen, goldenen, eiförmigen Frucht sind giftig.
Sobald der Herbstregen die noch trockenen Hänge benetzt, sieht man die kleinen violett-blauen Dornen der Herbstmeerzwiebel (Scilla Autumnalis) und die Miniaturnarzisse (Narcissus Serotinus) zu tausenden auf der gesamten Landzunge. Es lohnt sich, die Narzisse genauer zu betrachten, da jede Blüte, etwas mehr als ein Zentimeter im Durchschnitt, wie ein Adonisröschen geformt ist und denselben süßen, intensiven Duft ausstrahlt.
Manche der besten Pflanzen befinden sich auf den höher gelegenen Klippen. Im April bildet der Meereslavendel (Limonium Sinuatum) Flächen tiefen Lilas. Dies ist der Vorfahre der weitgehend kultivierten Satice: Bei genauerem Hinsehen erkennen Sie, daß die violette Blüte nicht die eigentliche Blüte ist. Die wahren cremig-gelben Blüten nisten unter diesen violetten Deckblättern, ähnlich einer Bougainvillea. Später im Jahr füllen sich die Klippen mit den Blüten zweier weiterer Pflanzen: Der Helichrysum Orientale (eine Verwandte der Strohblume) und der Silene Fabaria. Die saftigen, blau-grünen Blätter der letzteren sind eher typisch für den Crassula oder Hauswurz. Der aufgeweckte Besucher hat, mit ein wenig Glück, immer eine Chance einen Blick auf die mediterrane Mönchsrobbe zu erhaschen. Dieses schüchterne, schwer zu fassende Tier ist für seine Besuche an der steinigen Küste und an den Buchten bekannt und die Halbinsel wurde zu einem Naturschutzgebiet erklärt um die Erhaltung dieses stark vom Aussterben bedrohten Säugetiers zu gewährleisten. Mönchsrobben waren einst im gesamten Mittelmeer verhältnismäßig weit verbreitet, entlang den Schwarzmeerküsten der Türkei und Bulgariens. Heute haben die Verschmutzung der Meere, die Störungen durch den Menschen und die Netze der Fischer diese Spezies an den Rand des Aussterbens gebracht – sie wird als eines der zehn meistgefährdeten Säugetiere der Erde angesehen Ein absolutes Phänomen ist auch der natürliche Palmenhain von Gölköy am östlichen Ende der Bucht von Göl-Türkbükü. Das Dorf Gölköy, auf Deutsch See Dorf, hat seinen Namen von einem großen, seichten See am Ende der kleinen Küstenebene, am östlichen Ende des Dorfes. Wenn Sie eine wilde Seenlandschaft erwarten, werden Sie vermutlich enttäuscht sein, da der größte Teil des Sees die meiste Zeit des Jahres trocken ist. Fuer Abenteurer gibt es allerdings noch etwa fünf Hektar des Sees zu entdecken, der von einer Quelle am Fuße der Kalksteinberge gespeist wird. Die Palmen befinden sich in der Nähe dieses Sees. In dem Hain wurden 200 mehrstämmige, bis zu acht Meter hohe Palmen gezählt. Ihre genaue Identität ist zurzeit noch ungewiß: wahrscheinlich repräsentieren sie eine neue Unterart der kretischen Dattelpalme (Phoenix Theophrasti) oder einen Hybriden zwischen der Phoenix Theophrasti und der kultivierten Dattelpalme (Phoenix Dactylifera) dar. Da die letztere Spezies in der freien Wildbahn nicht bekannt ist, ist es möglich, daß die Palmen von Gölköy die nächsten Verwandten der Dattelpalme in freier Wildbahn darstellen.
Südlich des Mäanders
Die Straße führt durch Gürcamlar und Kazikli und fällt
anschließend auf die flache Küstenebene der Bucht von Akbük ab. Die
exzessive Erschließung der steilen, windigen Hügel, mit Reihen von weißen,
kastenförmigen Ferienhäusern, macht den wilden Eindruck dieser von
Erdbeersträuchern und Johanniskraut dominierten Hänge rapide zunichte –
fahren sie also schnell weiter nach Didim. Es ist wahrhaft sürreal, wie
sich die monumentalen Säulen des Tempels Apollos von Didyma aus den rauen
Bauten dieser blassen Grenzstadt hervorheben. Mit 109 auf 51 Metern und
108 enormen Säulen bleibt dieser Tempel eines der größten Monumente der
Antike. Und obwohl der Tempel and die Stadt grenzt, tummeln sich immer
noch Schildkröten in dem alten Mauerwerk und im Spätsommer blüht die
Plumbago Europea – eine enge Verwandte des subtropischen, hellblauen
Bleiwurzgewächses - in den Mauerritzen. Ein wahrhaft sehenswerter Anblick.
Lassen Sie bei Ihrer Abreise aus Didim den Tempel und die alte Kirche rechts liegen und folgen Sie der Straße in Richtung Nordwesten, entlang der Westküste dieser Peninsula. Nach etwa 15 Kilometern führt die Straße durch das Dorf Akköy. Halten Sie sich links und biegen Sie am Schild Richtung Priene und Milet ab. Vogelliebhaber mit einem geländegängigen Wagen sollten den Schotterweg ein paar hundert Meter nach der Kreuzung nehmen (gekennzeichnet mit dem Schild eines großen Nationalparks mit dem Wahrzeichen eines gelben Pelikans). Dieser Weg windet sich ein paar Kilometer, bevor er auf die Salzlandschaft des Büyük Menderes Delta abfällt. Anschließend führt er auf einem Steindamm durch die Salzwiesen direkt zur Flussmündung des Menderes, von wo der großartige Blick über die 1237m über den Salzwiesen gelegene Dilek Peninsula ein großartiges Panorama garantiert. Am Ende des Weges sehen sie ein paar Hütten, die – als würden sie im See stehen – Relikte der traditionellen türkischen Fischerei darstellen, bei der mit kleinen Booten und zaunähnlichen Fischfallen – auf Türkisch „Dalyan“ – gefischt wird. Diese Fischzäune spannen sich viele Kilometer über die gesamte Bucht. Das Delta und die Halbinsel sind ein geschützter Nationalpark, der sich über 277 Quadratkilometer erstreckt. Der felsige Grund der Halbinsel ist für seine wilden Wälder und seine reichhaltige Flora berühmt. Die Peninsula ist eine der letzten Gegenden der Türkei, in welcher der anatolische Leopard noch überlebt. Dieser Leopard ist der größte seiner Gattung und übertrifft an Größe sogar seine afrikanischen Verwandten. Die flachen Salzwiesen und Lagunen sind wegen ihres Vogellebens von internationaler Bedeutung: der dalmatische Pelikan, der kentish Regenpfeifer und die Collared Bachschwalbe sind unter den selten brütenden Vögeln, aber am meisten beeindrucken vermutlich im Winter die Schwärme des großen Flamingo, des Zwergkormorans, des dalmatischen Pelikans und des Avocets.
Folgen Sie Ihrer Route zurück zur Hauptstraße: hier können Sie links in
Richtung der antiken Städte Milet und Priene abbiegen – für diese schlagen
wir Ihnen allerdings eine separate Tour vor. Biegen Sie stattdessen rechts
ab und fahren Sie zurück nach Akköy. Verlassen sie das Dorf und biegen sie
links beim Schild Richtung Söke und Milas ab: nach 7 Km erreichen Sie die
Hauptstraße zwischen Söke und Milas. Ambitionierten Vogelliebhabern raten
wir zu einem Abstecher zu den weitläufigen Schilffeldern am westlichen
Ende des Bafasees. Nehmen sie dazu den schmalen Pfad auf der anderen Seite
des Kreisverkehrs. Nach ein paar Kilometern führt der Pfad zu einem großen
Kanal, der Wasser aus dem See abführt. Folgen Sie dem rechten Kanalufer,
bis Sie den See erreichen (und nehmen Sie sich vor den Hunden in Acht!). Am Besten beraten sind die meisten Gäste jedoch, wenn sie die wilde und malerische Landschaft des Bafasees von dem Dorf Herakleia am nordöstlichen Ufer des Sees aus bewundern. Fahren Sie, um dieses Dorf zu erreichen, am oben genannten Kreisverkehr rechts, folgen Sie der Straße etwa 24 km durch die mit Olivenbäumen bewachsenen Hänge entlang des Sees, biegen Sie in Camici links ab und Sie erreichen nach 10 km Herakleia (heutiger Name: Kapikiri). Die Lage der antiken Städte Herakleia und Latmos unterhalb der schroffen Bati Mentesche Daglari Berge (früher: Latmos Berge) und mit dem See, der sich 30 km weit streckt, ist eine der schönsten der ganzen Türkei. Die Ruinen der alten Siedlungen sind auf weiten Feldern mit großen Granitfelsen, die von den Bergen fielen, verstreut und sind untrennbar mit den modernen Häusern des heutigen Dorfes vermischt. Die hellenistischen Stadtmauern, über 6 km lang und außergewöhnlich gut erhalten, sind die dramatischsten verbliebenen Mauerwerke. Besucher erholen sich auch gerne in einem der vielen Strandcafés und lassen einfach die Geschichte des Ortes auf sich einwirken. Viele alte Schriftsteller verbinden Herakleia mit der Legende des Endymion, die von Autoren wie Shakespeare und Keats verewigt wurde. Es war hier, daß Endymion Zeus überredet hat, ihn für immer in einer Höhle in den Berghängen schlafen zu lassen; hier wurde er von Selene gesehen, die, verführt von seinem schönen Aussehen, nachts bei ihm schlief, da sie ihn nicht aufzuwecken vermochte. Später hielten Einsiedler und Mönche Endymion für einen christlichen Heiligen, da sie ihn für seine starke Verzicht bewundert haben, andere beschrieben sein Desinteresse für Katatonie!Immerhin schenkte Endymion Selene ohne ein einziges Mal aufzuwachen 50 Kinder!
Herakleia ist auch ein guter Ausgangspunkt, von dem aus Sie das
vielseitige Vogelleben des Sees beobachten können: die collared
Bachschwalbe, der spurwinged Regenpfeifer, sowie bis zu 91000 Wasservogel,
die hier überwintern, einschließlich großer Scharen der great-breasted und
black-necked grebes, der Tafelente und des Blesshuhns, geben dem
Naturschutzgebiet internationale Bedeutung. Scharen des dalmatischen
Pelikans sind auch häufige Besucher aus dem angrenzenden Menderes Delta. Verlorene Städte der Antike
inmitten von wilden Pinienwäldern in den Hügeln über Milas, zusammen mit
einer Vielfalt von seltenen Blumen garantieren einen beeindruckenden
Tagesausflug mit dem Jeep oder dem Auto.
Der Gökbel Daglari Berg und der Bati Mentesche Daglari
Berg (benannt nach der frühen türkischen Mentepe Dynastie)
Wenn Sie Alinda verlassen haben, können Sie entweder den
Schildern Richtung Cine folgen und unterwegs die antike Stadt Alabanda
besuchen, oder ein Stück zurück Richtung Milas zu fahren. Wenn Sie nicht
darauf erpicht sind einen besonders langen Ausflug zu machen, empfehlen
wir Ihnen letzteres. Verlassen Sie also Karpuzlu und biegen Sie nach 5 km
in Hatipkisla links ab. Nachdem Sie das Gidez Reservoir passiert haben,
fällt die Straße wieder dramatisch auf die Milas Ebene ab.
Erhabene Kalksteinfelsen inmitten
von weitläufigen Kalabrischen Pinienwäldern, Bademöglichkeiten entlang
unverdorbener Strände, und Panoramablicke auf die Datca Peninsula über den
Golf von Gökova versprechen dem abenteuerlustigen Besucher einen langen
und landschaftlich wunderschönen Ausflug. Diese Tour started in der Nähe der Stadt Milas. Fahren Sie von Lavanta nach Milas und nehmen Sie die erste Abzweigung rechts – ausgeschildert Richtung Ören – nur 50 Meter hinter der großen Kreuzung am Stadtrand. Wenn Sie viel Zeit haben, möchten Sie vielleicht ein oder zwei Stunden an der Pecin Kalesi auf dem berühmten flachen Hügel nur 1 km hinter der Kreuzung verbringen, aber in Anbetracht der Gesamtlänge dieses Ausflugs ist es vielleicht besser, für diese Burg einen eigenen Ausflug zu planen. Nehmen Sie, um Pecin Kalesi zu erreichen, die zweite Straße rechts, wenn Sie das kleine Dorf nach ungefähr einem Kilometer erreichen.
Die Straße nach Ören windet sich auf dem ersten Teil der Fahrt - nach Ören
selbst – durch offene, bewaldete Berghänge. Leider wurde die Landschaft
teilweise durch exzessiven Braunkohleabbau verschandelt. Fahren Sie also
am Besten gleich weiter zur Küste. Die letzten paar Kilometer der Fahrt
führen durch Kalkgebirge: halten Sie Ausschau nach dem einheimischen
Amberbaum (Liquidambar Orientalis) – Dieser unterscheidet sich von
den Platanen, mit denen er im Flussbett wächst, durch seine kleineren,
dunkleren, ahornähnlichen Blättern. Der Baum wächst ausschließlich in
Südwestanatolien und der benachbarten Insel Rhodos und ist ein
bemerkenswertes Relikt aus Zeiten, in denen der Baum (und andere verwandte
Arten) in allen gemäßigten Klimazonen einschließlich ganz Europa vorkam.
Bis vor kurzem war der Baum ein wichtiger Lieferant von Gummiarabikum,
einem wertvollen Harz das in der Produktion von Parfums benutzt wird.
Jetzt ist der Handel allerdings wegen der Seltenheit und der Bedeutung des
Baumes verboten.
Fahren Sie, wenn Sie am Kohlekraftwerk Kemerköy die Küste erreichen, links
in das Dorf Ören. Der Name bedeuted „Ruinen“ und das Dorf ist auf, oder
inmitten, der Ruinen des antiken Ceramus gebaut. Archäologische Führer
können diese Stätte als geplündert und degeneriert abtun, aber sie bleibt
nach wie vor faszinierend und malerisch, obwohl nur wenige größere Gebäude
noch intakt sind. In den Toren und Gassen spürt man noch die zeitlose
Atmosphäre dieses Platzes: Die Wäscheleinen in den prähistorischen
Torbögen, Hennen, die an den zyklopischen Mauern scharren, Gärten, die aus
den Fundamenten antiker Gebäude gehauen wurden. Am Fuße des
hochaufragenden Kiran Daglari Berge, Neues buchstäblich aus Altem gemacht,
ist Ören beides: ein lebendiges, modernes Dorf, und behält gleichzeitig
seine magische, zeitlose Atmosphäre. |
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