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Ausflüge und Wanderungen in die Umgebung

Andrew Byfield und Rosemary FitzGerald
Übersetzt von Kenan Merey







Die einsame Romantik der Geisterstadt Sandima, die wilde Küste der Kütür Halbinsel und der Palmenhain von Gölköy bieten etliche Möglichkeiten für Ausflüge in die nähere Umgebung und zum Wandern und dem Beobachten von Vögeln und Pflanzen.
 


Die Umgebung von Lavanta und Yalikavak

Die einsame Romantik der Geisterstadt Sandima, die wilde Küste der Kütür Halbinsel und der Palmenhain von Gölköy bieten etliche Möglichkeiten für Ausflüge in die nähere Umgebung und zum Wandern und dem Beobachten von Vögeln und Pflanzen.
 

Die Reichhaltige Flora der Türkei

Es wird Ihnen schwer fallen, von der reichhaltigen Flora der Türkei unbeeindruckt zu bleiben. Von mehr als 9000 türkischen Pflanzenarten ist etwa jede dritte nur in der Türkei bekannt. In gesamt Europa sind gerade einmal 12000 Pflanzenarten bekannt. Fuer die eifrigen Botaniker unter Ihnen besteht eine reelle Chance, eine der Wissenschaft unbekannte Art zu entdecken: Allein in den letzen 10 Jahren wurden in der Türkei durchschnittlich 41 neue Pflanzenarten pro Jahr entdeckt, also eine neue Pflanze alle acht Tage und 22 Stunden. Viele dieser neuesten Additionen zur Türkischen Flora – eingeschlossen richtiger “Prunkstücke” wie der Crocus und die Fritillaria – wurden im Südwesten des Landes entdeckt. In der Tat sind die Provinzen Mugla, in der das Lavanta Hotel liegt, und die angrenzende Provinz Antalya die beiden reichhaltigsten des Landes.
 

Im Schatten von gigantischen Granitfelsen und geteilt durch eine felsige Kluft ist die kleine, verlaßene Siedlung von Sandima ein idealer Platz um die traditionelle Atmosphäre einzuatmen. Bis 1923 war die Stadt von Griechen bewohnt, wurde dann aber während dem Austausch zwischen den Türken und Griechen evakuiert. Heute sind in dem dramatischen aber einsamen Ort nur zwei Häuser bewohnt. Imposante Agavenbäume (Agave Americana) und die Feigendistel (Opuntia Ficus-Indica) sind im Ort verstreut, Botaniker werden jedoch eher an den Pflanzen interessiert sein, die in Fuelle im Ort wachsen. Im Frühling sind viele Orchideen zu sehen, wie zum Beispiel die heilige Orchidee (Orchis Sancta) und auch viele Knollenpflanzen, wie zum Beispiel die kleine Biarum Tenuifolium, deren braune Blüten im April und Mai blühen. Die rosa Oleander entlang des Flusses blühen im Juli am schönsten. In den darauf folgenden Monaten kann man die leuchtend gelbe Sternbergia Lutea in der östlichen Hälfte des Dorfes blühen sehen. Nachforschungen haben ergeben, daß diese Pflanze, von der man immer dachte, daß sie aus der Türkei stammt, in Wahrheit wahrscheinlich aus Griechenland kommt, da sie in der Türkei immer nur in Dörfern und nie in der freien Wildbahn vorkommt. In der Siedlung kommen viele einheimische Pflanzen vor: Die blaue Delphinium Staphisagria wächst am Rande des alten Friedhofs, während der Adiantum Capillus-Veneris, der es eher feucht mag, nur am Dorfbrunnen wächst. Normalerweise wchst er ausschließlich an feuchten Klippen. Maria und Tosun von Lavanta erklären Ihnen gerne, wie Sie vom Hotel aus zu dem verlassenen Dorf wandern können. Hin und zurück gehen Sie etwa zwei Stunden.
 

Die Kütür Halbinsel ist die berühmte Landzunge, welche die Aussicht von Lavanta Hotel dominiert und sich vorzüglich für eine Tageswanderung eignet. Fahren Sie von Lavanta aus in das Dorf Yalikavak und nehmen Sie die erste Hauptstrasse auf der rechten Seite, wenn Sie auf die Dorfmitte zufahren, den blauen Schildern Richtung „Dodo Beach“ folgend. Die Straße windet sich die Bucht von Yalikavak entlang in Richtung der kleinen neuen Siedlung Bahce, bevor sie auf die hügelige Landzunge führt. Dodo Beach ist gut ausgeschildert und ein guter Platz, um ihr Auto abzustellen und die Wanderung zu beginnen. Falls sie noch weiter fahren wollen, empfehlen wir ihnen einen Wagen mit Vierradantrieb. Folgen Sie der unbefestigten Straße entland der nördlichen Küste der Halbinsel, bis Sie nach etwa 15 bis 20 Minuten eine eingezäunte, bewaldete Fläche namens Atatürk Ormany erreichen, die von der Gemeinde Yalikavak gepflanzt wurde. Hier ist die Straße zwar zu Ende, wenn Sie jedoch über den niedrigen Sattel auf dem Hügel vor Ihnen klettern, erreichen Sie Klippen, auf denen Sie mit einem großartigen Blick auf unzählige ägäische Inseln belohnt werden. Von hier aus führen zahlreiche Ziegenpfade über einen Teil der wilden Küste und wir vermuten, daß man über diese Pfade die gesamte Halbinsel umrunden kann, obwohl wir dies aufgrund heftigen Regens nie vollends bestätigen konnten. Viele der Hügel und Klippen sind mit stacheligen Sträuchern der Pimpernelle (Sarcopterium Spinosum) bedeckt, auf Flecken mit mehr Erde wächst die einer funkelnden weissen Rose ähnelnde Cistus Mospeliensis. Diese Spezies ist im westlichen Mittelmeer zwar ziemlich gewöhnlich, in der Türkei allerdings recht selten und erst seit den 80er Jahren bekannt. 

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Mandragorum autumnalis

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narcisus

Obwohl die Vegetation der Landzunge auf den ersten Blick einen etwas kahlen Eindruck macht, ist sie dennoch erstaunlich reichhaltig. Halten Sie im Frühling Ausschau nach den flachen Rosetten dunkelgrüner Blätter mit einer Mitte aus hellvioletten Blüten – dies ist der Alraun (Mandragorum Autumnalia), eine Pflanze seit jeher bekannt für die heilende Wirkung ihrer Wurzel. Die Wurzeln des Alrauns, die in Ihrer Verzweigung einem menschlichen Körper ähnelt, äußern einer alten Überlieferung nach einen schrillen Schrei, wenn man sie aus dem Boden zieht. Der Tradition zufolge sind diejenigen, die den Schrei hören, unweigerlich zum Wahnsinn verdammt. Dementsprechend wird der Alraun mit der Hilfe von Hunden geerntet, die an die Pflanzen gebunden werden und diese so aus dem Boden ziehen, während sich ihre Besitzer die Ohren zu halten. Um das Schicksal der Hunde macht sich keiner Sorgen! Aber erliegen Sie nicht der Versuchung der Pflanze – alle Teile außer der großen, goldenen, eiförmigen Frucht sind giftig.

 

Sobald der Herbstregen die noch trockenen Hänge benetzt, sieht man die kleinen violett-blauen Dornen der Herbstmeerzwiebel (Scilla Autumnalis) und die Miniaturnarzisse (Narcissus Serotinus) zu tausenden auf der gesamten Landzunge. Es lohnt sich, die Narzisse genauer zu betrachten, da jede Blüte, etwas mehr als ein Zentimeter im Durchschnitt, wie ein Adonisröschen geformt ist und denselben süßen, intensiven Duft ausstrahlt.

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sternbergia.
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Orchis Anatolica
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Crocus Biflorus

Manche der besten Pflanzen befinden sich auf den höher gelegenen Klippen. Im April bildet der Meereslavendel (Limonium Sinuatum) Flächen tiefen Lilas. Dies ist der Vorfahre der weitgehend kultivierten Satice: Bei genauerem Hinsehen erkennen Sie, daß die violette Blüte nicht die eigentliche Blüte ist. Die wahren cremig-gelben Blüten nisten unter diesen violetten Deckblättern, ähnlich einer Bougainvillea. Später im Jahr füllen sich die Klippen mit den Blüten zweier weiterer Pflanzen: Der Helichrysum Orientale (eine Verwandte der Strohblume) und der Silene Fabaria. Die saftigen, blau-grünen Blätter der letzteren sind eher typisch für den Crassula oder Hauswurz.

Der aufgeweckte Besucher hat, mit ein wenig Glück, immer eine Chance einen Blick auf die mediterrane Mönchsrobbe zu erhaschen. Dieses schüchterne, schwer zu fassende Tier ist für seine Besuche an der steinigen Küste und an den Buchten bekannt und die Halbinsel wurde zu einem Naturschutzgebiet erklärt um die Erhaltung dieses stark vom Aussterben bedrohten Säugetiers zu gewährleisten. Mönchsrobben waren einst im gesamten Mittelmeer verhältnismäßig weit verbreitet, entlang den Schwarzmeerküsten der Türkei und Bulgariens. Heute haben die Verschmutzung der Meere, die Störungen durch den Menschen und die Netze der Fischer diese Spezies an den Rand des Aussterbens gebracht – sie wird als eines der zehn meistgefährdeten Säugetiere der Erde angesehen

Ein absolutes Phänomen ist auch der natürliche Palmenhain von Gölköy am östlichen Ende der Bucht von Göl-Türkbükü. Das Dorf Gölköy, auf Deutsch See Dorf, hat seinen Namen von einem großen, seichten See am Ende der kleinen Küstenebene, am östlichen Ende des Dorfes. Wenn Sie eine wilde Seenlandschaft erwarten, werden Sie vermutlich enttäuscht sein, da der größte Teil des Sees die meiste Zeit des Jahres trocken ist. Fuer Abenteurer gibt es allerdings noch etwa fünf Hektar des Sees zu entdecken, der von einer Quelle am Fuße der Kalksteinberge gespeist wird. Die Palmen befinden sich in der Nähe dieses Sees. In dem Hain wurden 200 mehrstämmige, bis zu acht Meter hohe Palmen gezählt. Ihre genaue Identität ist zurzeit noch ungewiß: wahrscheinlich repräsentieren sie eine neue Unterart der kretischen Dattelpalme (Phoenix Theophrasti) oder einen Hybriden zwischen der Phoenix Theophrasti und der kultivierten Dattelpalme (Phoenix Dactylifera) dar. Da die letztere Spezies in der freien Wildbahn nicht bekannt ist, ist es möglich, daß die Palmen von Gölköy die nächsten Verwandten der Dattelpalme in freier Wildbahn darstellen.


Südlich des Mäanders


menderes.JPGDas wunderschöne Bafasee Naturschutzgebiet, unterhalb des Bati Mentesche Daglari, das weit verzweigte System von Lagunen, die Salzwiesen des Büyük Menderes Delta, das erhabene Vorgebirge des Dilek Yarimadasi Nationalparks, sowie eine Reihe wichtiger archäologischer Stätten machen diese Tour zu einem Muß für Natur- und Vogelfreunde sowie Interessenten historischer Stätten.
 

ORCHIDS OF THE BODRUM REGION


Der Höhepunkt im orchis.JPGMittelmeerurlaub vieler Pflanzenliebhaber ist der Reichtum an Orchideen, insbesondere im April und Anfang Mai. Auch die Region um Bodrum hat Ihren Anteil an dieser Vielfalt: Von 148 verschiedenen Türkischen Orchideen finden sich 52 in den Gegenden um Bodrum und Milas. Mit einer derartigen Artenvielfalt fällt es schwer, einzelne herauszuheben, aber die vermutlich wichtigsten Gegenden für Orchideen in der Region sind die hohen Pinienwälder nordöstlich von Milas und die rauen Kalksteinhänge, insbesondere um Torba. Die Höhepunkte der Pinienwälder sind die weiß schimmernden Spitzen der Helleborine Cephalanthera Epipactoides und die aussergewöhnlichen, echsenartigen Blüten der Comperia Comperiana. Diese letztere Spezies ist in Europa vielleicht die begehrteste unter Orchideenliebhabern und kommt vielleicht in den Bergen um Milas häufiger vor als anderswo auf der Welt. Die faszinierendsten Orchideen in der Torba Gegend sind wahrscheinlich die Bienen- und Spinnenorchideen, die zum Genus Ophrys gehören. Sie werden bestäubt indem sie eine Reihe von Insekten nachahmen, welche sie daraufhin besuchen. Ophrys Omegaifera (sehr rar in der Türkei), und Ophrys Homeri sind die zwei seltensten, nach denen Sie Ausschau halten sollten. Die letztere wurde nur 3-mal in der Gegend um Torba gesichtet, und nirgendwo sonst auf der Welt.

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Aceras Anthropophorum

iassos.JPGNehmen Sie die Hauptstraße von Lavanta Richtung Milas. Ein paar Kilometer nach der Abzweigung zum Flughafen sehen Sie ein Schild nach „Iasos“ (17 km). Fuer einige Kilometer windet sich die Straße auf der Saricay Ebene durch Baumwollfelder, bevor sie sanft die Kalksteinberge im Süden hinaufführt. Von hier haben sie einen schönen Blick über die Wildnis des Güllük Delta, im Sommer rosa von den zahlreichen Blüten der Tamariske, mit hohen Schilfrohren und versteckten Teichen. Obwohl die Sumpflandschaft durch Drainage und den Bau des neuen Flughafens geschädigt wurde, ist sie immer noch wichtig für die Zwerg-Kormorane, die hier während ihrer Migration halt machen. Aufmerksame Vogelliebhaber sollten auch nach dem weißen, sowie dem gescheckten Eisvogel Ausschau halten, die beide schon hier gebrütet haben.

 Der Weg nach Iasos ist gut ausgeschildert. Wenn man sich dem Dorf Kiyikislacik auf der anderen Seite der schlammigen Bucht nähert,erhebt sich die "Insel,“ auf der Iasos steht, auf der linken Straßenseite.Iasos hat eine lange und komplizierte Vergangenheit, die mindestens in das zweite Jahrtausend v. Chr. zurückreicht und die Griechen, Spartaner, Perser, Karier, und die Römer einschließt. Ein Team italienischer Archäologen hat seit den 60er Jahren eine feine Agoda Bouleterion (Treffpunkt des legislativen Rates) inmitten der weitläufigen Verteidigungsmauern aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. ausgegraben. Der Höhepunkt eines Ausfluges nach Iasos ist es jedoch, auf die Akropolis auf dem größten Hügel hinaufzusteigen, sich von der Geschichte des Ortes inspirieren zu lassen und den Seeblick zwischen den unzähligen, uralten Olivenbäumen zu genießen. Den dramatischen Aronstab (Dracunculus Vulgaris) – ein Verwandter der Calla Lilie mit größeren Blüten und dem Geruch von verwesendem Fleisch – gibt es im Frühling auf dem Hügel im Überfluß, während sich im Herbst blühender Cyclamen Hederifolium und die zierliche, weiße Spiranthes Spirales an die Mauern der Ruinen schmiegen.

Fahren Sie, wenn sie Iasos verlassen, für ein paar Kilometer dieselbe Straße zurück, die Sie gekommen sind. Fahren Sie an der Kreuzung links und folgen Sie der kleinen Teerstraße, die durch Pinienwälder, ehrwürdige Olivenhaine und schließlich eine Reihe kleiner Dörfer mit traditioneller Atmosphäre führt. Im Herbst können Besucher die gelben, kelchförmigen Blüten der Sternbergia Clusiana sehen - DER Pflanze nach der man Ausschau halten sollte! Am schönsten ist sie unmittelbar nach dem ersten Herbstregen in den Gärten und Feldern in der Nähe bewohnter Gegenden. Besonders schöne Exemplare finden sich im Friedhof und auf den Koppeln des Dorfes Gürcamlar.
 

Die Straße führt durch Gürcamlar und Kazikli und fällt anschließend auf die flache Küstenebene der Bucht von Akbük ab. Die exzessive Erschließung der steilen, windigen Hügel, mit Reihen von weißen, kastenförmigen Ferienhäusern, macht den wilden Eindruck dieser von Erdbeersträuchern und Johanniskraut dominierten Hänge rapide zunichte – fahren sie also schnell weiter nach Didim. Es ist wahrhaft sürreal, wie sich die monumentalen Säulen des Tempels Apollos von Didyma aus den rauen Bauten dieser blassen Grenzstadt hervorheben. Mit 109 auf 51 Metern und 108 enormen Säulen bleibt dieser Tempel eines der größten Monumente der Antike. Und obwohl der Tempel and die Stadt grenzt, tummeln sich immer noch Schildkröten in dem alten Mauerwerk und im Spätsommer blüht die Plumbago Europea – eine enge Verwandte des subtropischen, hellblauen Bleiwurzgewächses - in den Mauerritzen. Ein wahrhaft sehenswerter Anblick.
 

Lassen Sie bei Ihrer Abreise aus Didim den Tempel und die alte Kirche rechts liegen und folgen Sie der Straße in Richtung Nordwesten, entlang der Westküste dieser Peninsula.

Nach etwa 15 Kilometern führt die Straße durch das Dorf Akköy. Halten Sie sich links und biegen Sie am Schild Richtung Priene und Milet ab. Vogelliebhaber mit einem geländegängigen Wagen sollten den Schotterweg ein paar hundert Meter nach der Kreuzung nehmen (gekennzeichnet mit dem Schild eines großen Nationalparks mit dem Wahrzeichen eines gelben Pelikans). Dieser Weg windet sich ein paar Kilometer, bevor er auf die Salzlandschaft des Büyük Menderes Delta abfällt. Anschließend führt er auf einem Steindamm durch die Salzwiesen direkt zur Flussmündung des Menderes, von wo der großartige Blick über die 1237m über den Salzwiesen gelegene Dilek Peninsula ein großartiges Panorama garantiert. Am Ende des Weges sehen sie ein paar Hütten, die – als würden sie im See stehen – Relikte der traditionellen türkischen Fischerei darstellen, bei der mit kleinen Booten und zaunähnlichen Fischfallen – auf Türkisch „Dalyan“ – gefischt wird. Diese Fischzäune spannen sich viele Kilometer über die gesamte Bucht. Das Delta und die Halbinsel sind ein geschützter Nationalpark, der sich über 277 Quadratkilometer erstreckt. Der felsige Grund der Halbinsel ist für seine wilden Wälder und seine reichhaltige Flora berühmt. Die Peninsula ist eine der letzten Gegenden der Türkei, in welcher der anatolische Leopard noch überlebt. Dieser Leopard ist der größte seiner Gattung und übertrifft an Größe sogar seine afrikanischen Verwandten. Die flachen Salzwiesen und Lagunen sind wegen ihres Vogellebens von internationaler Bedeutung: der dalmatische Pelikan, der kentish Regenpfeifer und die Collared Bachschwalbe sind unter den selten brütenden Vögeln, aber am meisten beeindrucken vermutlich im Winter die Schwärme des großen Flamingo, des Zwergkormorans, des dalmatischen Pelikans und des Avocets.

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Pecin Kalesi, Milas

Folgen Sie Ihrer Route zurück zur Hauptstraße: hier können Sie links in Richtung der antiken Städte Milet und Priene abbiegen – für diese schlagen wir Ihnen allerdings eine separate Tour vor. Biegen Sie stattdessen rechts ab und fahren Sie zurück nach Akköy. Verlassen sie das Dorf und biegen sie links beim Schild Richtung Söke und Milas ab: nach 7 Km erreichen Sie die Hauptstraße zwischen Söke und Milas. Ambitionierten Vogelliebhabern raten wir zu einem Abstecher zu den weitläufigen Schilffeldern am westlichen Ende des Bafasees. Nehmen sie dazu den schmalen Pfad auf der anderen Seite des Kreisverkehrs. Nach ein paar Kilometern führt der Pfad zu einem großen Kanal, der Wasser aus dem See abführt. Folgen Sie dem rechten Kanalufer, bis Sie den See erreichen (und nehmen Sie sich vor den Hunden in Acht!).
 

Am Besten beraten sind die meisten Gäste jedoch, wenn sie die wilde und malerische Landschaft des Bafasees von dem Dorf Herakleia am nordöstlichen Ufer des Sees aus bewundern. Fahren Sie, um dieses Dorf zu erreichen, am oben genannten Kreisverkehr rechts, folgen Sie der Straße etwa 24 km durch die mit Olivenbäumen bewachsenen Hänge entlang des Sees, biegen Sie in Camici links ab und Sie erreichen nach 10 km Herakleia (heutiger Name: Kapikiri). Die Lage der antiken Städte Herakleia und Latmos unterhalb der schroffen Bati Mentesche Daglari Berge (früher: Latmos Berge) und mit dem See, der sich 30 km weit streckt, ist eine der schönsten der ganzen Türkei. Die Ruinen der alten Siedlungen sind auf weiten Feldern mit großen Granitfelsen, die von den Bergen fielen, verstreut und sind untrennbar mit den modernen Häusern des heutigen Dorfes vermischt. Die hellenistischen Stadtmauern, über 6 km lang und außergewöhnlich gut erhalten, sind die dramatischsten verbliebenen Mauerwerke. Besucher erholen sich auch gerne in einem der vielen Strandcafés und lassen einfach die Geschichte des Ortes auf sich einwirken. Viele alte Schriftsteller verbinden Herakleia mit der Legende des Endymion, die von Autoren wie Shakespeare und Keats verewigt wurde. Es war hier, daß Endymion Zeus überredet hat, ihn für immer in einer Höhle in den Berghängen schlafen zu lassen; hier wurde er von Selene gesehen, die, verführt von seinem schönen Aussehen, nachts bei ihm schlief, da sie ihn nicht aufzuwecken vermochte. Später hielten Einsiedler und Mönche Endymion für einen christlichen Heiligen, da sie ihn für seine starke Verzicht bewundert haben, andere beschrieben sein Desinteresse für Katatonie!Immerhin schenkte Endymion Selene ohne ein einziges Mal aufzuwachen 50 Kinder!

Herakleia ist auch ein guter Ausgangspunkt, von dem aus Sie das vielseitige Vogelleben des Sees beobachten können: die collared Bachschwalbe, der spurwinged Regenpfeifer, sowie bis zu 91000 Wasservogel, die hier überwintern, einschließlich großer Scharen der great-breasted und black-necked grebes, der Tafelente und des Blesshuhns, geben dem Naturschutzgebiet internationale Bedeutung. Scharen des dalmatischen Pelikans sind auch häufige Besucher aus dem angrenzenden Menderes Delta.

Kehren Sie nun so, wie Sie gekommen sind, zur Hauptstraße Söke-Milas zurück und biegen Sie links ab. Die Heimfahrt nach Lavanta beträgt von hier aus etwa eine Stunde. Eine letzte historische Stätte sollte hier noch erwähnt werden: Die antike Stadt Euromos, etwas 4 km hinter dem Dorf Selimiye. Sie können diese Stätte so gut wie nicht verpassen, da der außerordentlich gut erhaltene Tempel von Zeus inmitten von Olivenbäumen nur wenige Meter von der Straße entfernt liegt. Mit 16 noch stehenden Säulen gehört dieser Tempel zu den schönsten der Türkei.


Das Herz von Karien

 

Verlorene Städte der Antike inmitten von wilden Pinienwäldern in den Hügeln über Milas, zusammen mit einer Vielfalt von seltenen Blumen garantieren einen beeindruckenden Tagesausflug mit dem Jeep oder dem Auto.
 

Ein Reichtum an Vögeln

Die Aegäische Küste ist reich an Vögeln. Gärten, Obstplantagen und Olivenhaine beherbergen das gesamte Jahr über attraktive Vogelarten sowie viele Besucher im Sommer, die in Europa sonst nicht zu finden sind. In Lavanta können Sie auch außerhalb der Saison den Eichelhäher, den Hausrotschwanz, und den Sardinian  (mit seinem schwarzen und perlenartigen Gefieder sowie seinen juwelenroten Augen) leicht in der Gegend um das Hotel entdecken. In einigen der historischen Stätten leben Rock Nuthatches  zwischen den Steinen, Chukar Partridges  schrecken bei Wanderungen in den steinigen Hügeln auf und Storchennester sind noch ein Merkmal in vielen Dörfern (oft auf modernen Hochspannungsmasten).

Die Küste bietet drei "Important Bird Areas" IBAs, denen aufgrund der Vielfalt ihres Vogellebens internationale Bedeutung zugemessen wird: Das Güllük Delta, Der Bafasee, und das Büyük Menderes Delta. Hier gibt es Feuchtgebiet Gattungen sowie Seevögel im Überfluss, viele der Arten gelten als rar. Vogelexperten freuen sich auf die "LBJs" (Little Brown Jobs)  in den Schilffeldern und jedermann wird von den Reihen von Flamingos und ganzen Schwärmen von dalmatischen Pelikanen begeistert sein – zusätzlich hat man am Bafasee immer eine Chance Europas grössten Raubvogel zu sehen: den majestätischen weiss-schwänzigen Adler.
 

 

 

 

Der Gökbel Daglari Berg und der Bati Mentesche Daglari Berg (benannt nach der frühen türkischen Mentepe Dynastie) labranda.JPGsind die niedrigen jedoch beeindruckenden Berge, die sich nördlich und nordöstlich von Milas erheben. Dieser Tagesausflug beginnt und endet in Milas und schließt die antiken Städte Labranda und Alinda mit ein. Fahren Sie von Lavanta zurück zur großen Kreuzung am Stadtrand von Milas und biegen Sie rechts in Richtung Söke ab. Fahren Sie nach ein paar Kilometern an der gut ausgeschilderten Abzweigung rechts ab und folgen Sie der Strasse etwa 14 km zur antiken Stadt "Labranda." Die Straße, die bis vor kurzem noch nicht geteert war, schlängelt sich in die Berge hinein, an jeder Kurve ändert sich die Landschaft, an manchen Stellen bearbeiten Imker ihre Reihen weißer und blauer Bienenstöcke, an anderen beeindruckt die großartige Aussicht auf ferne Berge und weitläufige Wälder.
Die Landschaft ist geprägt von riesigen Granitfelsen, deren runde Formen von den Kronen der unzähligen Umbrella oder Stone Pinien (Pinus Pinea) widergegeben wird. Die Pinus Pinea ist in der Türkei heimisch: etwa 30000 Hektar Stone Pinienwälder bestehen und der Wald, durch den Sie heute fahren, ist einer der beiden größten der Türkei. Sie sind von außergewöhnlicher wirtschaftlicher Bedeutung für die Einheimischen – wenn Sie Glück haben, sehen Sie während Ihres Besuches die Einheimischen bei der Ernte der kostbaren Pinienkerne.

Wenn Sie Alinda verlassen haben, können Sie entweder den Schildern Richtung Cine folgen und unterwegs die antike Stadt Alabanda besuchen, oder ein Stück zurück Richtung Milas zu fahren. Wenn Sie nicht darauf erpicht sind einen besonders langen Ausflug zu machen, empfehlen wir Ihnen letzteres. Verlassen Sie also Karpuzlu und biegen Sie nach 5 km in Hatipkisla links ab. Nachdem Sie das Gidez Reservoir passiert haben, fällt die Straße wieder dramatisch auf die Milas Ebene ab.
 


 


Entlang dem Golf von Gökova
 

Erhabene Kalksteinfelsen inmitten von weitläufigen Kalabrischen Pinienwäldern, Bademöglichkeiten entlang unverdorbener Strände, und Panoramablicke auf die Datca Peninsula über den Golf von Gökova versprechen dem abenteuerlustigen Besucher einen langen und landschaftlich wunderschönen Ausflug.

Diese Tour started in der Nähe der Stadt Milas. Fahren Sie von Lavanta nach Milas und nehmen Sie die erste Abzweigung rechts – ausgeschildert Richtung Ören – nur 50 Meter hinter der großen Kreuzung am Stadtrand. Wenn Sie viel Zeit haben, möchten Sie vielleicht ein oder zwei Stunden an der Pecin Kalesi auf dem berühmten flachen Hügel nur 1 km hinter der Kreuzung verbringen, aber in Anbetracht der Gesamtlänge dieses Ausflugs ist es vielleicht besser, für diese Burg einen eigenen Ausflug zu planen. Nehmen Sie, um Pecin Kalesi zu erreichen, die zweite Straße rechts, wenn Sie das kleine Dorf nach ungefähr einem Kilometer erreichen.

Die Straße nach Ören windet sich auf dem ersten Teil der Fahrt - nach Ören selbst – durch offene, bewaldete Berghänge. Leider wurde die Landschaft teilweise durch exzessiven Braunkohleabbau verschandelt. Fahren Sie also am Besten gleich weiter zur Küste. Die letzten paar Kilometer der Fahrt führen durch Kalkgebirge: halten Sie Ausschau nach dem einheimischen Amberbaum (Liquidambar Orientalis) – Dieser unterscheidet sich von den Platanen, mit denen er im Flussbett wächst, durch seine kleineren, dunkleren, ahornähnlichen Blättern. Der Baum wächst ausschließlich in Südwestanatolien und der benachbarten Insel Rhodos und ist ein bemerkenswertes Relikt aus Zeiten, in denen der Baum (und andere verwandte Arten) in allen gemäßigten Klimazonen einschließlich ganz Europa vorkam. Bis vor kurzem war der Baum ein wichtiger Lieferant von Gummiarabikum, einem wertvollen Harz das in der Produktion von Parfums benutzt wird. Jetzt ist der Handel allerdings wegen der Seltenheit und der Bedeutung des Baumes verboten.
 

Fahren Sie, wenn Sie am Kohlekraftwerk Kemerköy die Küste erreichen, links in das Dorf Ören. Der Name bedeuted „Ruinen“ und das Dorf ist auf, oder inmitten, der Ruinen des antiken Ceramus gebaut. Archäologische Führer können diese Stätte als geplündert und degeneriert abtun, aber sie bleibt nach wie vor faszinierend und malerisch, obwohl nur wenige größere Gebäude noch intakt sind. In den Toren und Gassen spürt man noch die zeitlose Atmosphäre dieses Platzes: Die Wäscheleinen in den prähistorischen Torbögen, Hennen, die an den zyklopischen Mauern scharren, Gärten, die aus den Fundamenten antiker Gebäude gehauen wurden. Am Fuße des hochaufragenden Kiran Daglari Berge, Neues buchstäblich aus Altem gemacht, ist Ören beides: ein lebendiges, modernes Dorf, und behält gleichzeitig seine magische, zeitlose Atmosphäre.


Es lohnt sich, den Umweg durch das Tal des Koca Cayi Flusses zu machen, der hier ins Meer fließt. Hohe Kalkstein Felsen ragen aus feinen Kalabrischen Pinienwäldern (Pinus Brutia) hervor: In der Kühle dieser Wälder gibt es eine Vielzahl von Blumen zu entdecken, mit den olivgrünen und weißgestreiften Blüten der Arisarum Vulgare im Überfluß im Frühling und manchmal auch im Herbst, während der rosarote Cyclamen Hedeifolium nur im Herbst blüht. Die scharfsichtigeren Besucher entdecken vielleicht sogar die rosa karierten Blüten der im Herbst blühenden Colchicum Variegatum. Fuer diejenigen, die sich besonders für Geschichte interessieren: Wenn Sie das Flusstal hinauffahren, entdecken Sie vielleicht die Überreste eines Netzes kleiner Aquaeducte, die Ceramus mit Wasser versorgten.
Fahren Sie nun die Strecke zum Kohlekraftwerk zurück, biegen Sie aber nicht landeinwärts ab, sondern folgen Sie der Küstenstraße für die lange, kurvige, aber sich lohnende Fahrt zurück nach Mumcular (Karaova) und Lavanta. Fuer die ersten paar Kilometer verläuft die Straße an der Küste; Die Buchten und Strände sind sauber und das klare Wasser lädt zum Baden ein (erwarten Sie aber keine goldenen Sandstrände – die Strände hier bestehen aus kleinen Kieselsteinen). Nach einer Weile biegt die Straße landeinwärts ab und führt durch eine Landschaft, die sich seit hunderten von Jahren wenig verändert hat. Dies ist die schönste mediterrane Landschaft: Die winzige Straße folgt den natürlichen Umrissen, schlingert Rinnen hinab und steigt auf hohe Gipfel, mit erstaunlichen 180 Grad Panoramablicken über die Datca Peninsula, welche die Landschaft über dem Wasser des Golfes von Gökova dominiert. Es ist nicht schwer, sich für die weitläufigen Pinienwälder der Gegend zu begeistern: Ein kurzer Blick auf die Mediterrane Küste von vor tausend Jahren, und eine schmerzliche Erinnerung daran, wie sehr sich die Landschaft Südeuropas verändert hat.

Es ist schwer, eine eindeutige Wegbeschreibung durch die kleinen Dörfer der Gegend zu geben, aber alle Straßen sind wunderschön und die Einheimischen werden Ihnen gerne den Weg zurück zur Hauptstraße Milas-Bodrum zeigen – fragen Sie einfach nach Bodrum.

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